Starthilfe für Existenzgründer im Landkreis Main-Spessart

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Die 5 Phasen

Phase 5: Los!

Zur Markteinführung Ihres Unternehmens müssen Sie Ihren potenziellen Kunden zunächst vermitteln, was Sie anzubieten haben. Idealweise haben Sie schon erste Aufträge erhalten oder erste Umsätze gemacht
Sie sollten auf eine turbulente Zeit gefasst sein, gerade zu Beginn. Flexibilität und die Bereitschaft, Teile des Konzepts kurzfristig zu ändern, sind in dieser Phase überlebenswichtig.

Bankgespräch führen

Unterhalten Sie zu mehreren Banken eine Geschäftsbeziehung. Dies vermindert die Abhängigkeit und erleichtert den Vergleich. Größere Vorhaben auf internationalen Märkten sind bei Groß- oder Geschäftsbanken gut aufgehoben, für regionale Gründungen sind Sparkassen und Genossenschaftsbanken eher die richtigen Partner. Wählen Sie Ihre Bank bewusst und gezielt aus und achten Sie dabei nicht nur auf die Konditionen, sondern vor allem auf die Qualität der Geschäftsbeziehung.

Gewerberäume finden und ausstatten

Kleine Firmen brauchen nur wenig Quadratmeter Raum - und die sind oft schwer zu finden. Der Gewerberaum verursacht nach den Gehältern oft die höchsten Kosten. Die Entscheidungskriterien sind Lage, Kosten, Größe und Grundriss sowie die Frage, ob die Räume gekauft oder gemietet werden. Je nach Branche sind etwa Kaufkraftvolumen, Größe des Einzugsgebiets, Laufkundschaft, Stammkundenpotenzial, Notwendigkeit von City- oder Randlage, Verkehrsanbindung oder Parkplätze wichtige Kriterien. Achten Sie auf die Konkurrenzlage in der näheren Umgebung. Entscheidend sind auch die baurechtlichen Nutzungsmöglichkeiten sowie die Vorgaben von Arbeitsstättenverordnung und Emissionsschutzrecht.

Infrastruktur sichern

Für viele Gründer ist die Einrichtung ihres neuen Unternehmens, mit der sie sich gerne beschäftigen. Aber vergessen Sie nicht die Rahmenbedingungen: Klären Sie mit Energieversorgern den Bedarf an Geräten, Leitungen, Umrüstungen und Wartungen von Anlagen. Telekommunikation - Telefonanlage, Fax, Kopierer und Internet - ist für Unternehmer unverzichtbar. Ermitteln Sie technische Anforderungen, etwa unterbrechungsfreie Stromversorgung. Denken Sie auch an Geschäftsfahrzeuge, Maschinen, und sonstige Firmenausstattung, die sie jetzt auswählen und bestellen müssen.

Lieferanten ansprechen

Viele Unternehmen sind auf andere Unternehmen angewiesen, die sie mit Waren, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen versorgen. Probleme mit anderen Lieferanten können schlimme Folgen haben. Vermeiden Sie es, auf einen einzigen Zulieferer angewiesen zu sein. Vereinbaren Sie ein Rückgaberecht , damit Ladenhüter vermieden werden. Informationen liefern das Verzeichnis „Wer liefert was" (u.a. bei Industrie- und Handelskammern), Branchenverzeichnisse und Internet-Suchmaschinen.

Kunden treffen

Der Verkauf von Produkten und Dienstleistungen ist die Grundlage für den Geschäftserfolg. Werbung und PR machen das Unternehmen bekannt und fördern den Umsatz, doch hängt ihr Erfolg auch von ihrem Verkaufsgeschick ab. Die Erstgespräche führen Sie am besten schon vor der Eröffnung. Sondieren Sie den Markt frühzeitig, gehen Sie auf Messen und Regionalausstellungen, besuchen Sie Veranstaltungen von Kammern und Verbänden. Damit sammeln Sie Erfahrungen und machen sich einen Namen.

Presse informieren

Nutzen Sie die Publizitätswirkung der Tageszeitungen, Anzeigenblätter, Fach- und Kundenzeitschriften. Verfassen Sie ihr Pressemitteilungen mit großer Sorgfalt und passen sie den Stil der jeweiligen Publikation an. Vermeiden Sie Superlative und Übertreibungen. Legen Sie einen Presseverteiler an und informieren Sie Ihre Ansprechpartner, wann immer es über Ihr Unternehmen Neues zu berichten gibt.

Unternehmen anmelden

Die Gewerbeanmeldung ist nach § 15 Gewerbeordnung vorgeschrieben, wenn Sie mit ihrem Unternehmen „auf Dauer selbstständig Gewinn erzielen". Ihren Gewerbebetrieb melden Sie beim Ordnungsamt ihres Geschäftsitzes an. Makler und andere erlaubnispflichtige Gewerbe (z.B. Gastronomiebetriebe, Finanzmakler) müssen zusätzliche Papiere beantragen, für die zwischen 250 und 5000 Euro fällig werden können. Handwerker müssen sich in die Handwerksrolle eintragen lassen. Außerdem setzt man die Berufsgenossenschaft in Kenntnis. Mit der Gewerbeanmeldung werden Finanzamt, IHK, Krankenkasse, Rentenversicherung, Arbeitsamt und Kammern informiert, die häufig auf sie zukommen werden. Freiberufler melden nichts an, sondern teilen nur dem Finanzamt formlos den Beginn ihrer Tätigkeit mit.

Eintrag beantragen

Wer eine Kapitalgesellschaft wie GmbH oder Aktiengesellschaft oder eine Personenhandelsgesellschaft (z.B. Offene Handelsgesellschaft, Kommanditgesellschaft) gründet, muss diese beim Amtsgericht ins Handelsregister eintragen lassen. Bei einer GmbH fallen hierfür Kosten für die Eintragung inklusive Notargebühren für Konzeption und Beurkundung der Satzung an. Dazu kommen Gebühren für die Bestellung der Geschäftsführer. Die sog. „Mini-GmbH" stellt eine Alternative für potentielle Gründer dar. Als gewerblicher Einzelunternehmer dürfen Sie sich ungeachtet Ihrer Betriebsgröße schon bei Gründung in das Handelsregister eintragen lassen. Sie führen dann den Namenszusatz „e.K." (eingetragener Kaufmann/-frau).

Marketing-Mix festlegen

Ihr Unternehmen kann nur existieren, wenn es Umsatz macht, und dazu ist ein gutes Marketing nötig. Marketing umfasst den gesamten Prozess des Verkaufs, von der Preisgestaltung, der Wahl der geeigneten Werbemaßnahmen, der Verkaufsförderung bis hin zum tatsächlichen Verkauf der Produkte oder Dienstleistungen. Ziele der Marketing-Strategie ist das virtuose Zusammenspiel dieser Bausteine - der Marketing-Mix. Ein individuelles Marketingkonzept und die Nutzung verschiedener Werbemittel erleichtern Start und Aufbauphase.

Mitarbeiter rekrutieren

Je größer ein Unternehmen wird, desto mehr Mitarbeiter werden gebraucht. Doch wer Personal beschäftigt, übernimmt Verantwortung. Die Personalsuche, die Einarbeitung und die Kontrolle der Mitarbeiter sind zeitintensiv. Definieren Sie detaillierte Anforderungsprofile und fangen Sie früh zu suchen an (per Anzeigen, Internet, Arbeitsamt oder private Arbeitsvermittler). Wer Auszubildende einstellen möchte, kann die Berufsinformationsbörsen der Kammern oder Schulen nutzen. Damit Sie in der Startphase flexibel bleiben, empfehlen sich befristete Arbeitsverträge und der Einsatz freier Mitarbeiter und/oder Zeitarbeitnehmer.

EDV einrichten

Informieren Sie sich gut, bevor Sie einen Computer kaufen. Fragen Sie auch Bekannte, die Computererfahrung haben, und finden Sie heraus, welcher Computer für Ihr Unternehmen in Frage kommt. Für die normalen Verwaltungsaufgaben ist die Auswahl der Software meist wichtiger als die der Hardware. Überlegen Sie als genau, welche Anforderungen Sie an die Software (z.B. Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation) stellen, vergleichen Sie dann die erhältlichen Anwendungen hinsichtlich Eigenschaften, Benutzerfreundlichkeit und Preis. Sobald Sie mindestens fünf Bildschirmarbeitsplätze eingerichtet haben, müssen Sie für Ihr Unternehmen einen Datenschutzbeauftragten bestimmen.

Bücher und Konten führen

Die laufende Aufzeichnung aller Geschäftsvorfälle wird Buchführung genannt. Vielleicht haben Sie vor, ihre gesamt Buchführung einem Steuerberater zu übergeben. Doch gerade in kleinen Unternehmen ist es von Vorteil, wenn man die Buchführung selbst machen kann. Erstens ist die Kenntnis der eigenen finanziellen Situation von existenzieller Wichtigkeit. Zweitens stellt das Honorar eines Steuerberaters einen erheblichen Kostenfaktor dar.

Lohn- und Gehaltsbuchhaltung

Nun richten Sie Ihre Lohn- und Gehaltsbuchhaltung ein. Wer Mitarbeiter beschäftigt, legt eine Personalakte an und meldet diese bei der Krankenkasse, der Rentenversicherung, der Berufsgenossenschaft und beim Arbeitsamt binnen einer Woche an. Starten Sie „klein", kann das Ihr Steuerberater schnell und preisgünstig erledigen.

Steuertermine planen

Einige Steuern werden als nachträgliche Zahlungen auf Grund nachprüfbarer Unterlagen fällig (Lohn-, Umsatz-, Grund-, Einkommen- und Gewerbesteuer), andere hingegen als Vorauszahlung eines geschätzten Gewinns (Einkommen-, Körperschafts- und Gewerbesteuer). Lohn- und Umsatzsteuer werden je nach Volumen monatlich oder vierteljährlich fällig, Grund- und Gewerbesteuer vierteljährlich. Nach der Anmeldung schicken Finanzamt und Gemeinde den Terminplan für Voraus- und Restzahlungen.

Arbeitsvertrag aufsetzen

Der Arbeitsvertrag ist eine Unterart des Dienstvertrages (siehe § 611 ff. BGB). Für kaufmännische Angestellte und gewerbliche Arbeitnehmer gelten eigene Bestimmungen, sie finden sich im Handelsgesetzbuch bzw. in der Gewerbeordnung. Holen Sie sich bei der Formulierung der Arbeitsverträge Rat von Ihrer Kammer, dem Verband oder Ihrem Rechtsanwalt. Wer Lehrlinge ausbilden will, besorgt sich die dafür nötigen Informationen und Spezialverträge bei der Kammer.

Eröffnungstag fixieren

Bald ist es soweit - Ihre Geschäftseröffnung naht. Planen Sie Ihren Unternehmensstart so, dass Sie mit der Eröffnungskampagne die Zielgruppe zu einem günstigen Zeitpunkt erreichen, etwa als Einzelhändler in bestimmten Branchen (Kleidung, Spielsachen, Geschenkartikel aller Art) in der Vorweihnachtszeit, bei Garten- und Freizeitprodukten vor der Pflanzsaison, also am besten noch einige Wochen vor Ostern. Berücksichtigen Sie vor diesem Idealzeitpunkt noch ein bis zwei Monate Reserve.

Zur Eröffnung einladen

Es gibt kein Patentrezept dafür, wen man zu einer Eröffnungsfeier einlädt. Die gedruckte, persönlich adressierte Einladung mit Briefmarke ist aber ein Muss. Lassen Sie sich hier von Werbeexperten beraten. Laden Sie zusätzlich Redakteure der örtlichen und regionalen Presse ein, mit denen Sie bereits persönlichen Kontakt pflegen sollten. So erhalten Sie mitunter „kostenlose" Werbung.

Kunden interessieren

Händler, Handwerker und Dienstleister nutzen Werbeträger wie Inserate in Tageszeitungen oder Anzeigenblättern, Wurfzettel, Dachträgerwerbung oder lokale Radioinfos für ihre Eröffnungsangebote. Binden Sie in diese Spezialofferten auch die Lieferanten ein, etwa mit besonderen Rabattsätzen, Dekorationen, Aktionen oder Vor-Ort-Unterstützung durch eigene Mitarbeiter.

Zahlen kontrollieren

Verfolgen Sie die Entwicklung Ihres Unternehmens vom Start weg. Und reagieren Sie bei ungünstigen Planabweichungen prompt. Als erste hilfreiche Kontrollinstrumente erweisen sich Businesspläne, die in ihrer Finanzplanung auch Raum für die Ist-Werte haben. Wichtig: Warten Sie mit der Überprüfung Ihrer Zahlen nicht etwa auf Ihre erste Bilanz oder Einnahmen-Überschuss-Rechnung!

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