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August 2012

Telefon-Interviewer sind Arbeitnehmer

Ob eine berufliche Tätigkeit als selbstständig einzustufen ist oder ob ein Angestelltenverhältnis vorliegt, müssen oft die Gerichte beurteilen. So entschied das Finanzgericht Köln in einem aktuellen Fall, dass Telefoninterviewer steuerrechtlich als Arbeitnehmer und nicht als Selbständige anzusehen sind (Az.: 2 K 476/06).

Ein Meinungsforschungsunternehmen hatte Telefoninterviewer als freie Mitarbeiter beschäftigt. Den Interviewern stand laut Pressemitteilung des Finanzgerichts ein Telefonarbeitsplatz im Unternehmen zur Verfügung. Von den gezahlten Honoraren wurden weder Sozialversicherungsbeiträge noch Lohnsteuern einbehalten. Das Finanzamt nahm das Unternehmen fair Lohnsteuer in Höhe von über einer halben Million EUR in Haftung.

Die gegen diese Forderung eingereichte Klage des Unternehmens war nur teilweise erfolgreich. Das Finanzgericht entschied, dass die Interviewer als Arbeitnehmer anzusehen seien, da sie weder ein maßgebliches Unternehmerrisiko trugen noch eine einem Selbständigen vergleichbare Unternehmerinitiative entfalten konnten. Sie waren vielmehr hinsichtlich Inhalt, Ort und zeitlichem Rahmen ihrer Tätigkeit organisatorisch in den Betrieb der Klägerin eingebunden und der Klägerin gegenüber weitestgehend weisungsgebunden.

Das Gericht reduzierte aber die Haftungssumme auf rund ein Fünftel des vom Finanzamt angesetzten Steuerhaftungsbetrages. Da die Interviewtätigkeit vielfach als Aushilfs- bzw. Nebentätigkeit ausgeübt wurde, nahm das Gericht an, dass bei einem erheblichen Teil der Arbeitnehmer gar keine Einkommensteuer angefallen wäre bzw. die Zahlungen ordnungsgemäß versteuert worden seien.

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